Organisatorisches für Studierende

 

 

 

Hausarbeiten

Einige vage Richtlinien für das Verfassen und die Beurteilung von Seminararbeiten

Es hat sich herausgestellt, dass es sich empfiehlt, die Seminararbeiten möglichst zeitnah zum betreffenden Seminar zu verfassen. Im Prinzip sind spätere Abgabetermine zulässig, es besteht jedoch das Risiko, den Themenzusammenhang neu erarbeiten zu müssen. Seminararbeiten sind (auch) in ausgedruckter Form (nicht nur als Datei) einzureichen. 

 

Beteiligungsnachweise

Die Teilnahme an einem Seminar unterliegt folgenden Einschränkungen: Master-Seminare (MS) richten sich an Master-Studierende, Ausnahmen im Einzelfall; Aufbau- und Master-Seminare (AS/MS) können auch von Bacherlor-Studierenden ab dem 5.ten Semester besucht werden, dasselbe gilt für Aufbauseminare (AS). Beteiligungs- oder Belegnachweise (auch solche des 'Studium Universale') setzen eigentlich - auch wenn die Anwesenheitspflicht offiziell abgeschafft wurde - eine regelmäßige Teilnahme und eine Teilnahmeleistung (wie eine Themenvorbereitung, ein Referat oder ein Protokoll) voraus. Wer mehr als dreimal nicht an einem Seminar teilnimmt, wird in der Regel den Seminarzusammenhang verloren haben. Es empfiehlt sich deshalb im Allgemeinen, aber im Besonderen für diejenigen, die eine Seminararbeit verfassen möchten, regelmäßig am Seminar teilzunehmen und die entsprechenden Texte gelesen zu haben, weil ein inhaltlicher Zusammenhang zwischen den Teilen/Teildiskussionen/Teilgebieten eines Seminars besteht und das Auslassen entsprechender Teile zu entsprechenden Lücken  und Fehlern im erworbenen Wissen und entsprechenden Seminararbeiten sowie Abschlussprüfungen führt.

 

Notiz zu Handouts

In einer Reihe von Seminaren ist es eine Bedingung für den Erwerb eines Leistungs- oder eines Beteiligungsnachweises, dass man sich an der Vorbereitung einer Sitzung beteiligt bzw. diese übernimmt (die Vorbereitungsgruppe also aus nur einer Person besteht).
Eine Vorbereitungsgruppe soll nicht einen Text oder ähnliches vortragen, sondern soll:ein Thesenpapier/Handout vorlegen, in dem die wesentlichen Aspekte des jeweiligen Sachproblems oder Argumente einer jeweiligen Kontroverse oder Theorie deutlich dargestellt werden, evtl. bei der Bearbeitung sich ergebende Klärungen aufgeführt sind (theoriespezifische Begriffe, Hintergrund ...), Unklarheiten/Schwierigkeiten artikuliert werden, die in der Sitzung zu klären wären, evtl. weitere Thesen/Einwände zu den vorgestellten Argumenten und Analysen zur Diskussion gestellt werden; dieses Papier – als Stichwortgeber – anmoderieren; bezüglich des bearbeiteten Themas als Spezialistenteam ansprechbar sein; sich bezüglich des Thesenpapiers/Handouts und dessen Länge bzw. Detailberücksichtigung daran orientieren, dieses in einer Seminarsitzung behandeln zu können.

 

Englisch als Wissenschaftssprache

Englisch hat sich als internationale Wissenschaftssprache etabliert. Studierende sollten auf jeden Fall in der Lage sein, englische Fachliteratur  zu verstehen, da die zugrundegelegten Texte - gerade in der Analytischen Philosophie - oft in Englisch sind. Als Übung für wissenschaftliche Publikationen oder Vorträge hilft es sicher, Arbeiten in Englisch zu schreiben und/oder Referate in Englisch zu halten, wobei keines von beiden erwartet wird. Übung schadet auf keinen Fall! Für eine wissenschaftliche Weltsprache sind Akzente irrelevant, ebenso kommt es auf eine wissenschaftliche Darstellung an, nicht auf einen literarischen Stil. Englisch interessiert hier allein als lingua franca der Wissenschaft, nicht weil die Sprache selbst, ihre Literatur oder die Geschichte ihrer Heimatländer ansonsten irgendwie wichtiger/besser/spannender/schöner wäre als die anderer Weltregionen. 

 

Sprechstunden

Im Semester nach Vereinbarung vor oder nach den Lehrveranstaltungen im Geschäftszimmer des Philosophischen Instituts.

 

Aktuelles

Zur Kommunikation im Semester und zur Belegung von Lehrveranstaltungen gibt es mittlerweile das HISLSF. Eine Anmeldung ist zur Belegung und Anmeldung von Leistungsnachweisen erforderlich. Sie ist ansonsten auch sinnvoll, um Terminänderungen und andere wichtige Informationen über Email zu erhalten.

 

Termine

In den Vorbesprechungen der Seminare wird den Teilnehmern auch ein Semesterterminplan ausgehändigt.
Aktuelle Änderungen werden über das HISLSF mitgeteilt.

 

Hörerexemplare

Studierende können Freiexemplare einiger meiner Bücher oder Sonderdrucke von Aufsätzen per einfacher Nachfrage (gratis) bei mir erhalten.

 

Lehrveranstaltungen

 

SS 2017

 

MS: Computation and Cognition, Dienstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

The Representational Theory of the Mind (RTM) understands the mind as processing representations which have their functional role because of their syntactic properties. The representations also possess a semantics by tracking properties in the world. The thus can be understood as a systematic, compositional medium of thought, i.e. a Language of Thought (LOT). Representation is the main function of the LOT. Representation thus precedes communication when it comes to language. This RTM is often combined with the Computational Theory of the Mind (CTM). CTM sees the mind as employing algorithms on the LOT-representations. The computer provides a model for the mind's architecture. Both RTM and CTM can be seen as (i) a heuristic to explore our mental faculties or (ii) as an actual model of the mind. One may claim (a) that they apply partially to the mind (i.e. some of our faculties, while others, say creative or holistic faculties, cannot be so modelled) or (b) that they cover all the mind's faculties including a model of consciousness. By cross tabulation one gets four versions of CTM/RTM: from the very weak claim of employing CTM/RTM as heuristic to some of our mental faculties (e.g. language processing) to the very strong claim of a complete computational model of the mind. Early proponents of RTM in linguistics and philosophy (e.g. Noam Chomsky or Jerry Fodor) lean rather to the weak view, whereas many proponents of today's Artificial Intelligence Community (e.g. McDermott) lean to the stronger view.
The seminar will in the first part read a classic exposition of CTM/RTM, and in the second part discuss a stronger version.
Texts: Zenon Pylyshyn: Computation and Cognition (MIT Press), 1986; Drew McDermott: Mind and Mechanism (MIT Press), 2001.
The class will be taught in English.

AS/MS: David Chalmers: Constructing the World, Donnerstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

David Chalmers takes up the aspirations of Carnap's Der Logische Aufbau der Welt, i.e. the project to derive all our concepts, or even all truths from a set of basic concepts or a set of basic truths. Chalmers call these approaches 'Scrutability Theses', and explores which versions might be proposed, and how far their respective basis can carry us. Carnap's work has been widely criticized and dismissed as being too reductive and in its reductive approach not successful. The original Aufbau fails in the construction of many concepts, even some of those not flatly deemed superfluous by Carnap. Chalmers therefore consideres wider base sets (e.g. including indexical truths as well as basic truth about 'qualia'). He claims that given these and sticking to the vital analytic/synthetic distinction, Carnap relies on heavily, some Scrutability Theses may be substantiated. Chalmers does not provide a construction system in detail, as Carnap did in parts. Chalmers discusses - appealing again to thought experiments he is (in)famous for - whether state of the art analytic philosophy (from rigid designation to belief dynamics) cannot rehabilitate the project of one of its founding fathers.
The seminar will discuss Chalmer's book, at least the main part. The class will be taught in English.


WS 2017

 

AS/MS: Tierethik, Donnerstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

In dem Seminar geht es um die Frage, ob wir Tieren gegenüber moralische Verpflichtungen haben und wie sich diese begründen lassen. Wenn (einige) Tiere empfindungsfähig sind, dann gibt es scheinbar ein spezifisches moralisches Problem im Umgang mit (diesen) Tieren: Warum und in welchem Maß müssen wir auf ihre Schmerz-Angst- und Leidensfähigkeit Rücksicht nehmen? Im ersten Teil des Seminars wird es um die Begründungsansätze verschiedener Tierethiken gehen: Zu diskutieren ist hier die Frage, ob sich z.B. eine Gleichberücksichtigung von Interessen begründen lässt, wie einige Utilitaristen behaupten. Hierzu zählt auch die Erörterung der Differenzen zwischen einer Tierrechtsposition, in der es um den Versuch der Begründung der Rechte von Tieren geht, die diesen eine unbeeinträchtigte Lebensführung garantieren soll, zu solchen ethischen Positionen, die Tieren nur indirekte moralische Relevanz (etwa aufgrund von Verpflichtungen zum Umweltschutz oder gegenüber zukünftigen Generationen) zuschreiben. Im zweiten Teil des Seminars werden damit zusammenhängende Fragen des moralischen Status von Tieren, der auch mit ihren geistigen Fähigkeiten korreliert, diskutiert. Sind (einige) Tiere etwa sogar Personen? Welche minderen Rechte besitzen Nicht-Personen? Und: Haben wir eine höhere Verpflichtung gegenüber unserer eigenen Art, oder sind wir dann bloß ‚Speziesisten‘? Im dritten Teil des Seminars geht es um Anwendungsfragen, wie: Darf der Mensch Tiere schlachten, jagen und töten, und wenn ja, auf welche Art und Weise? Welche Position sollen wir gegenüber der Tierhaltung, Tierversuchen, Zoos und Zirkussen einnehmen? Müssen wir auf den Verzehr tierischer Produkte verzichten? Besitzen Haustiere einen moralischen Sonderstatus? Wie verhalten sich Tierrechte und Naturschutz zueinander?
Textgrundlage sind zunächst die Kapitel des Oxford Handbook of Animal Ethics, hg. v. T. Beauchamp & R.G. Frey, Oxford, 2011. [ZUB und elektronische Resource]
Die erste Sitzung findet statt am 12.10.2017


MS: Grundlagen der Epistemischen Logik, Dienstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

Das Seminar behandelt Grundfragen der formalen Epistemologie und Grundfragen einer formalen Logik epistemischer Grundbegriffe wie 'Wissen' und 'Meinen/Für-wahr-Halten'. Im ersten Teil des Seminar geht es um die Fassung und Beurteilung einiger erkenntnistheoretischer Grundfragen in einer epistemischen Logik der Art, dass die Prädikatenlogik Erster Stufe erweitert wird um epistemische Operatoren und propositionale Quantifikation. Zu diesen Fragen zählen u.a.: Kann alles, was wahr ist, gewusst werden? Gibt es kollektive Ignoranz? Sind unsere Meinungen deduktiv abgeschlossen? Wieviel können endliche Wissende wissen?
Ausgangspunkt in diesem Teil des Seminars ist Nicholas Reschers kleines Buch Epistemic Logic (Pittsburgh, 2005), das knapp aber scharfsinnig diese Fragen angeht.
Im zweiten Teil des Seminars geht es um den mittlerweile klassischen Ansatz, Epistemische Logik als eine Variante der Modallogik aufzubauen. Einen der ersten grundlegenden Texte liefert Jaakko Hintikkas Buch Knowledge and Belief (Cornell, 1962, Neuaufl. 2005). Hier wären zum einen die Differenzen zwischen einer Logik des Wissens und einer Logik des Meines zu betrachten. Hintikka liefert auch eine paradigmatische Mögliche Welten Semantik dieser Ausdrücke. Kontrovers distukierbar sind dabei sowohl die eingehenden Annahmen zu logischem Abschluss von epistemischen Zuständen als auch die vorgeschlagenen Prinzipien der Introspektion (ob jemand weiß, was er weiß oder nicht weiß).
Beide Texte sind in der VB Geisteswissenschaften oder der ZUB vorhanden.
Die erste Sitzung findet statt am 17.10.2017.

 


SS 2018

 

MS: Epistemische Logik und Künstliche Intelligenz, Dienstag, 16.30 - 18 Uhr (s.t.)

 

(C)  Manuel Bremer