Philosophische Semantik

 

 Was ist Philosophische Semantik? Bedarf es neben der Linguistik überhaupt noch einer „philosophischen“ Semantik? Was unterscheidet diese philosophische Beschäftigung mit semantischen Fragen dann? Welche Rolle spielt diese Semantik für die Philosophie im Allgemeinen? Welche methodische Rolle spielt die Klärung von „Bedeutung“ für die Sprachanalytische Philosophie? Tritt die philosophische Semantik an die Stelle der Erkenntnistheorie? In welchem Verhältnis steht sie zur Ontologie und zur Philosophie des Geistes? Diesen Fragen geht die Vorlesung nach. Verschiedene Verständnisweisen von Philosophischer Semantik werden vorgestellt. In einem zentralen Verständnis besteht das Besondere der Philosophischen Semantik in der Beziehung zwischen Bedeutungstheorie und Erkenntnistheorie (bzw. dem Verwenden von Sätzen und dem Rechtfertigen von konstativen Äußerungen). Eine so verstandene Semantik hat z.T. einen eigenen Ansatz, der sie von der Linguistik unterscheidet, und der einen zentralen Stellenwert für eine Philosophie in der Analytischen Tradition besitzt. Man kann diese Philosophische Semantik als eine „Erste Philosophie“ ansehen. Es könnte allerdings auch sein, dass semantische Fragen im engeren Sinne (der Gehalt von Repräsentationen) und solche erkenntnistheoretischen Fragen der Begründung der Adäquatheit einer Repräsentation getrennt werden müssen. Die zuvor beschriebene Philosophische Semantik wäre dann ein Teil der Erkenntnistheorie, der eine (zu klärende) besondere Beziehung zur Semantik im engeren Sinne hat, aber von der Semantik im engeren Sinne zu trennen ist. Diese Semantik im engeren Sinne wäre ein Gebiet der Kognitionswissenschaften (insbesondere der Linguistik und der Theorie der Begriffe).
Folgende Komplexe werden u.a. angesprochen: Repräsentationale Theorie(n) des Geistes, Konzeptueller Atomismus, das Verhältnis Philosophie/Linguistik, Verifikationistische Semantiken, Semantischer Holismus, Semantisches Regelfolgen, Implizites Bedeutungswissen, Analytizität, Formale Semantik, Semantik und Ontologie.
Aufgegriffen werden dabei Themen aus meinen beiden Büchern Philosophische Semantik und Conceptual Atomism and Justificationist Semantics.

 

Hinweis: Im Unterschied zu den Folien zu den Lectures on Paraconsistent Logics enthalten die hier abrufbaren Folien in der Regel nicht den Inhalt der Vorlesung oder auch nur die Hauptstichworte zum Gedankengang. Die Folien sind die, welche in der Vorlesungen dazu dienten, Zitate, Definitionen oder anderes Material zu präsentieren, das durch bloßes Zuhören schlecht verständlich wäre. 

Auf dieser Seite finden sich (mit Fortschreiten der Vorlesung) Folien zur aktuellen Vorlesung, als auch alte Folien/Unterlagen vorheriger Semester.

Sommersemester 2009

 

Vorlesungen

Folien
1. Einleitung und Überblick Vorlesung 1
2. Methodik (I): Philosophische Semantik und Kognitionswissenschaften Vorlesung 2
3. Ontologie (I): Grundlagen und Terminologie Vorlesung 3
4. Computational Theory of Mind (CTM) und Conceptual Atomism (CA) Vorlesung 4
5. Rechtfertigungssemantik (I): Grundideen Vorlesung 5
6. Interne Semantik Vorlesung 6
7. Semantischer Externalismus Vorlesung 7
8. Referenzketten und starre Designation Vorlesung 8
9. Reizbedeutung Vorlesung 9
10. Regelfolgen Vorlesung 10
11. Implizites semantisches Wissen Vorlesungen 11 & 12
12. Semantische Metarepräsentationen
13. Sprachlicher Determinismus
14. Rechtfertigungssemantik (II): Holismus
15. Formale Semantik Gesamttext von Kapitel 12 (keine Vorlesung)
16. Semantik und Komplexitätstheorie Gesamttext von Kapitel 14 (keine Vorlesung)
17. Tierische Begriffe und das Symbolproblem
18. Die Semantik-Pragmatik-Unterscheidung
19. Ontologie (II): Semantik und Ontologie
20. Methodik (II): Analytische Transzendentalphilosophie Vorlesung 20

 

 

 

Inhaltsverzeichnis des Buchs


1. Was alles ist philosophische Semantik?
2. Philosophische Semantik vs. Linguistische Semantik
3. Eine verifikationistische Semantik
4. Einen Behauptungssatz verstehen
5. Bedeutungsholismus
6. Interpretation und die Rationalität des Sprechens
7. Der soziale Charakter des Regelfolgens
8. Implizites Regelwissen
9. Reizbedeutung
1o. Externalismus und begrenztes Bedeutungswissen
11. Semantische Regeln und Determination
12. Formale Semantik
13. Semantik und Ontologie
14. Semantik und Komplexitätstheorie
15. Analytische Transzendentalphilosophie und analytische Sätze
16. Diskussion einiger Einwände

Verzeichnis der zitierten Literatur/Teilbibliografie

 

 

 

(c) Manuel Bremer, 2005/2009.